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Um 1170, nach einer tiefen religiösen Krise, entschlieβt sich Waldes, ein reicher Kaufmann aus Lion, Jesus nachzufolgen und wie die Apostel zu leben.
Sodann lässt er Teile der Bibel in die Volkssprache übersetzen, um sie auch den einfachen Leuten zugänglich zu machen, verschenkt all seinen Reichtum und entschlieβt sich, in Armut zu leben und das Evangelium zu predigen.
Zu dieser Zeit ist es ungewöhnlich, ohne Klosterzugehörigkeit die Lehre des christlichen Glaubens frei zu verbreiten.
Für Waldes ist das Lesen der Bibel in einer anderen Sprache als der lateinischen keine Häresie.
Als wichtigster normativer Wert gilt ihm der Gehorsam gegenüber der Bibel, weniger gegenüber der Kirche. Damit wird eines der Fundamente der Römischen Kirche in Frage gestellt, nämlich die Autorität des Bischofs.
Person und Predigten von Waldes ziehen Männer wie Frauen in ihren Bann, die seinem Beispiel folgen; so entsteht die Bewegung der "Poveri di Lione" (der Armen von Lion). |
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